Training

Nicht der Wille zu treffen – sondern Ruhe, Gelassenheit und Konzentration und eine korrekte Schiesstechnik ergeben ein gutes Trefferbild.

Der Ablauf des Schiessens ist genau vorgegeben:
die festgelegten Bewegungsabläufe (die Hassetsu) gehen in unserem Fall auf die Heki-Schule (15. Jh., ausgehend vom Kriegsschiessen zu Fuß) zurück – es ist ein Trainingsziel diese Bewegungen so präzise wie möglich zu erarbeiten. Der Spielraum innerhalb der Bewegungsabläufe ist gering – Veränderungen bedeuten in der Regel immer ein Verlassen der Tradition.

Wesentliche Unterschiede zum westlichen Bogenschießen finden sich in der Benutzung eines einfachen, asymmetrischen Bogens ohne Visiereinrichtung sowie in dem zeremoniellen Ablauf des Schießens.
Die Asymmetrie des Bogens erfordert eine besondere Schusstechnik.
Der/die Anfänger/in benutzt ein Ziehgummi, um die einzelnen Bewegungsabläufe zu üben. Die ersten Schüsse mit dem Bogen werden auf ein Ziel (Makiwara), das ca. 3 m vom Schützen entfernt steht, abgegeben. In der Regel besteht ein Makiwara aus einem Strohballen auf einem ca. 1,6 m hohen Holzgestell. Hier wird die Schießform geübt.
Ist der Gebrauch von Bogen und Pfeil und der grundsätzliche Bewegungsablauf erlernt, beginnen die Übungen vor dem Mato (eine Zielscheibe von ø 36 cm in einer Entfernung von 28m).

Alle drei Übungen (Ziehgummi, Makiwara, Mato) werden auch von erfahrenen Schützen und Schützinnen, je nach Übungsschwerpunkt, durchgeführt.
Im Laufe der Zeit kommt das Erlernen von verschieden Zeremonieformen zum Training hinzu. Hierbei wird neben dem eigenen Schiessen die Koordination und Harmonie der Bewegungen in einer Gruppe von Schützen und Schützinnen erlernt.
Ausgehend von einem „Handwerk“ kann sich Kyūdō durch das Erlernen der korrekten Technik und Geisteshaltung zu einer ästhetischen „Kunst“ entwickeln.